18.02.19 | Stahnsdorfer SPD erhebt schwere Vorwürfe

Uns Pächter wird vorgeworfen, wir hätten zu wenig getan um die Stahnsdorfer Bürger vor den Wildschweinen zu schützen und wären unserer Pflicht zur Hege gemäß Bundesjagdgesetz nicht nachgekommen. Hierzu möchten wir wie folgt Stellung nehmen:

 

Gem. Brandenburgischen Jagdgesetz (BbgJagdG) § 1 Gesetzeszweck heißt es unter (1) grundsätzlich:

 

Wild ist ein wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Es ist als unverzichtbarer Teil der natürlichen Umwelt in seinem Beziehungsgefüge zu erhalten. Der Schutz des jagdbaren Wildes und seine Lebensräume ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

 

Unser Bestreben ist es seit Jahren das Schwarzwild aus den urbanen Gebieten fern zu halten und wir werden auch den Jagddruck noch mal erhöhen und setzen uns dabei auch für ergänzende zusätzliche Jagdmethoden und Techniken ein. Zum Vorwurf wir hätten in der Vergangenheit zu wenig Bachen geschossen und damit unseren Hegeauftrag nicht erfüllt stellen wir weiter fest:

 

Für Schwarzwild gibt es grundsätzlich keinen Abschussplan wie es bei anderen Wildarten wie z.B. bei Rotwild der Fall ist. Die Untere Jagbehörde legt bzgl. Schwarzwild eine jährliche Mindestabschusszahl fest, die wir mit unserem Team jährlich wiederholt deutlich übertroffen haben. In Brandenburg gibt es für Schwarzwild eine Bejagungsrichtlinie. Wie der Name schon sagt eine Richtlinie die jedoch gerade was die Abschussquote von Bachen angeht sehr umstritten diskutiert wird. Herr Dr. Egbert Gleich hatte in seinem Vortrag davon berichtet, dass in Brandenburg die Abschussquote von Bachen von 10% nicht erfüllt wird. Diese Feststellung bezog sich nicht auf die Strecke der Jagdgenossenschaft Stahnsdorf-Kleinmachnow. Die Vorgabe der Richtlinie, dass Frischlinge und Überläufer ca. 80% der Gesamtstrecke ausmachen sollen, haben wir regelmäßig erfüllt. Die Bejagung von Schwarzwild findet in der Regel bei Nacht bzw. widrigen Lichtverhältnissen statt. Dem jagenden Jäger kommt dabei eine hohe Verantwortung bei der Durchführung der Jagd zu, da die Bachen ganzjährig frischen und damit zu jeder Zeit damit zu rechnen ist, dass Muttertiere Jungtiere führen und damit gemäß § 22 Abs. 4 Bundesjagdgesetz (BJagdG) unter Schutz stehen. Für Bachen gab es auch bis vor kurzem auch eine Schonzeit, die jedoch mit Hinweis auf vom Schwarzwild angerichtete Schäden aufgehoben wurde. Der Abschuss einer führenden Bache stellt aber nach wie vor ein Straftatbestand dar, der zum Verlust der Zuverlässigkeit führen kann und damit zum Entzug des Jagdscheins und der Waffenbesitzkarte. Als erfahrener Jäger geht man mit dieser Situation also aus mehreren Gründen sehr sensibel und verantwortungsvoll um. Dieses verantwortungsvolle Handeln bei der Ausübung von Jagdhandlungen uns nun zum Vorwurf zu machen, ist nicht nachvollziehbar und zeigt, dass dies nur durch Laien ohne entsprechenden Sachverstand passieren kann.

 

Es wird immer wieder davor gesprochen, dass Schwarzwild hätte im Ort die Macht übernommen. Ich persönlich bewerte derartige Formulierungen für unsachliche und polemische Stimmungsmache und würde mir hier von Seiten der Politik mehr Verantwortung im Umgang mit der Situation wünschen. Die Videos die im Netz im Umlauf sind, zeigen immer in Panik flüchtendes Schwarzwild. Hier von Angriffen zu sprechen ist absolut falsch und führt zu einem völlig falschen Bild des Schwarzwildes in der Öffentlichkeit. Schwarzwild ist kein angriffslustiges Raubwild und zeigt ein natürliches Fluchtverhalten.

 

Uns in diesem Zusammenhang Konzeptlosigkeit vorzuwerfen ist genauso falsch. Richtig ist, dass wir ein sehr gutes und erfolgreiches Konzept haben und das auch nachhaltig und verantwortungsvoll umsetzen. Für die aktuelle Situation gibt es andere Gründe als die Jagd. Richtig ist, dass wir besonnen und unter Wahrung der Jagdgesetze, der Weidgerechtigkeit und des Tierschutzes unser Handwerk ausüben und weiter ausüben werden.

 

Forderungen der SPD Stahnsdorf wie: „…nehmen Sie es mal mit der Weidgerechtigkeit nicht so genau“, oder „….bei der Schwarzwildbekämpfung ist jedes Mittel Recht“ und „…die Jäger werden aufgefordert Stahnsdorf nachhaltig wildschweinfrei machen….“, müssen wir als unqualifiziert zurückweisen.

 

Wir werden das Schwarzwild weiter scharf bejagen und den Jagddruck auch noch mal erhöhen, aber so wie wir das im Sinne aller Bürger von Stahnsdorf und Kleinmachnow auch verantworten können.

 

Parallel dazu müssen auch die Bürger und die Gemeinden bereit sein Verantwortung zu übernehmen und nachhaltig an der Beseitigung der Ursachen für das Vorhandensein von Schwarzwild im Ort mitwirken.

 

Mehr dazu nach dem runden Tisch am 26.02.2019 bei dem ein Maßnahmenpapier erarbeitet werden soll.

 

 

Kleinmachnow, den 17.02.2019

Peter Hemmerden

Jagdpächter

 

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