03.05.18 | Wildschweine in privaten Gärten

Im Frühjahr tragen die Felder in der Umgebung keine Früchte und bieten für das Schwarzwild damit keine oder nur unzureichende Nahrungsanreize. Das Schwarzwild zieht daher auf Nahrungssuche in das urbane Gebiet der Gemeinden und wird dort in den privaten Gärten leider auch reichlich fündig. Trotz mehrjähriger Aufklärungsarbeit suchen viele Bürger dann die Lösung für diese Situation in der Jagd. Die Jagd stellt aber aus mehreren Gründen keine nachhaltige Lösung dar.

 

Wir Jagdpächter geben daher folgende Erklärung ab:

 

  • Wenn Wild auf Privatgrundstücken festgestellt wird grundsätzlich Ruhe bewahren, Schwarzwild ist zwar wehrhaftes Wild aber kein Raubwild. Gefahr entsteht in der Regel nur dann wenn die Tiere bedrängt werden oder eine Schutzfunktion für den Nachwuchs aus Bedrängen oder Verjagen geweckt wird. Dem Wild ist grundsätzlich mit Respekt zu begegnen.

     

  • Wenn Bachen tatsächlich in Grundstücken gefrischt haben, dann sollte man diese einfach in Ruhe lassen. Die Bachen finden sich nach dem Frischen wieder in Rotten zusammen und verlassen das Grundstück auch wieder. Unterstützt wird das Abwandern durch Vermeidung von Nahrung auf dem Grundstück oder in dessen Nähe.

     

  • Ein Vertreiben des Wildes macht keinen Sinn und ist auch nicht ungefährlich, da das Wild in der Regel dann von dem einen in das andere Grundstück gedrückt wird und auch jederzeit wieder in das ungesicherte Grundstück zurückkehren kann. Die betroffenen Grundstücke sind in der Regel untereinander offen. Bürger die nicht wollen, dass Wild in ihre Grundstücke eindringt müssen sich durch geeignete Zäune schützen, Türe und Tore verschließen und alle Nahrungsanreize entfernen.

 

  • Für das Strecken (Töten) der Frischlinge und der Bache in den Grundstücken fehlt die rechtliche Grundlage und wir lehnen dies aus jagdethischen Gründen ab. Der Abschuss kommt nur als letztes Mittel bei Gefahr in Verzug, Schaffung der Rechtsicherheit und in Zusammenarbeit mit der Polizei inkl. Durchführung aller Sicherungsmaßnahmen in Betracht.

     

  • Bürger die Angst vor Wildtieren haben und diese als Bedrohung empfinden müssen sich und ihre Grundstücke durch geeignete Zäune schützen.

     

  • Es muss eine Lösung zu den verwilderten Spekulationsgrundstücken gefunden werden, da diese dem Wild perfekte Deckung innerhalb der Ortslagen oftmals verbunden mit Nahrungsangebot bietet und auch nicht gesichert sind. Hier wechselt das Wild ein und aus. Die Lösungsfindung liegt nicht im Handlungs- und Verantwortungsbereich der Jäger.

     

  • Es kann nicht sein, dass sich Bürger in Kleinmachnow Grundstücke, Häuser und Gärten leisten, für einen Zaun aber kein Geld mehr da zu sein scheint und dann die Lösung bei den Jagdpächtern suchen.

     

  • Schwarzwild ist kein Schädling und wir sind keine Schädlingsbekämpfer oder Kammerjäger. Bürger die ins Grüne ziehen, müssen auch eine Bereitschaft entwickeln mit der Situation Wild umzugehen.

     

  • Zäune schützen grundsätzlich auch vor anderen ungebetenen Besuchern, wie z.B. auch dem Wolf.

© 2010 Jagd in Kleinmachnow